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Das Geschenk des Empfangens – Vier Tage der Hingabe

In den meisten Beziehungen sind wir ständig damit beschäftigt, zu geben, auszugleichen oder etwas zurückzugeben. Wir schenken eine Berührung und erwarten – bewusst oder unbewusst – ebenfalls eine Berührung.


Diese vier Übungen laden euch ein, diesen Kreislauf für einen Moment zu unterbrechen.

Sie schenken euch die Erfahrung, bedingungslos zu geben und ohne schlechtes Gewissen zu empfangen.


Tag 1 – Ich zeige dir meine Bedürfnisse

Heute darf eine Person den ganzen Tag über ihre Wünsche äussern.

Sie darf sagen:

  • «Streichle meinen Nacken.»

  • «Halte meine Hand.»

  • «Umarme mich.»

  • «Massiere meine Schultern.»

  • «Küsse meine Stirn.»

  • «Ich wünsche mir gerade deine Nähe.»


Der Partner erfüllt diese Wünsche – wenn sie sich für beide stimmig anfühlen – mit voller Präsenz und ohne Gegenleistung zu erwarten.

Die empfangende Person muss nichts zurückgeben.


Keine Berührung.

Keine Leistung.

Keine Rechtfertigung.

Nur empfangen.


Beobachtet dabei:

  • Wie leicht fällt es euch, eure Bedürfnisse auszusprechen?

  • Taucht Schuld auf?

  • Könnt ihr die Liebe einfach annehmen?


Tag 2 – Ich lasse mich überraschen

Heute spricht die empfangende Person keine Wünsche aus.

Der gebende Partner übernimmt die Führung.


Immer wieder im Laufe des Tages schenkt er kleine Momente der Aufmerksamkeit:

eine liebevolle Berührung, eine Umarmung, eine sanfte Massage eine Hand auf dem Rücken, ein Streicheln durchs Haar, ein Kuss auf die Stirn, eine innige Umarmung oder andere achtsame Gesten, die sich für beide stimmig anfühlen.


Nicht, weil etwas erwartet wird.

Nicht, um etwas zu bekommen.

Sondern einfach als Geschenk.


Die empfangende Person nimmt alles an, ohne das Gefühl haben zu müssen, etwas zurückzugeben.


Einfach sein.

Einfach fühlen.

Einfach empfangen.


Tag 3 – Rollenwechsel: Ich teile meine Wünsche

Heute wechseln die Rollen.

Nun darf die andere Person ihre Bedürfnisse äussern und sich den ganzen Tag liebevoll beschenken lassen.


Auch heute gilt:

Keine Gegenleistung.

Keine Verpflichtung.

Keine Erwartung.

Nur ehrliche Bedürfnisse und liebevolles Geben.


Tag 4 – Rollenwechsel: Ich lasse mich überraschen

Auch heute übernimmt der gebende Partner die Initiative.

Er schenkt immer wieder kleine Momente von Nähe, Berührung und Aufmerksamkeit – intuitiv, achtsam und ohne eine Reaktion einzufordern.


Die empfangende Person übt sich erneut darin, einfach anzunehmen.

Ohne zu funktionieren.

Ohne etwas leisten zu müssen.

Ohne sofort zurückzugeben.


Die Essenz dieser Reise

Wahre Intimität entsteht nicht dadurch, dass beide ständig gleichzeitig geben.

Sie entsteht auch dort, wo ein Mensch den Mut hat, seine Bedürfnisse zu zeigen.

Und dort, wo der andere mit offenem Herzen schenken darf.

Ebenso tief ist die Kunst des Empfangens.


Empfangen bedeutet nicht, egoistisch zu sein.

Empfangen bedeutet, dem anderen zu erlauben, aus Liebe zu geben.


Manchmal ist das grösste Geschenk, das wir unserem Partner machen können, nicht eine Berührung. Sondern die Erlaubnis, uns berühren zu dürfen.







 
 
 
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