Sind wir alle unterkuschelt? Warum wir mehr Berührung brauchen

Hände halten. Umarmen, streicheln, drücken, liebkosen. Körperliche Nähe und Berührungen gehören zu unserem Leben, sie sind Ausdruck des Lebens und lebensnotwendig. Ohne Berührung kann sich ein Neugeborenes nicht gesund entwickeln. Wer lange Zeit an Berührungsmangel leidet, psychisch oder physisch isoliert ist, wird krank. Selbst Schimpansen, unsere nächsten Verwandten, betreiben soziale Fellpflege: ein Ritual, das Entspannung fördert, aber auch dazu dient, Freundschaften zu erhalten und Machtpositionen zu festigen. Dr. Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie Leipzig berichtet in der Dokumentation von MDR WISSEN über dieses Ritual und seine Arbeit mit Schimpansen an der Elfenbeinküste. Der Film gewährt auch Einblicke in das Haptik-Forschungslabor der Universität Leipzig. Dort untersucht Dr. Martin Grunwald, welchen Einfluss Berührungen auf unser Gehirn haben. Wie sich haptische Kontakte mit Tieren auf Menschen auswirken, die kaum körperliche Nähe anderer Personen erleben, etwa Häftlinge oder alleinstehende Senioren, ist das Thema der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung an der TU Dresden. Der Film erklärt außerdem, warum uns Berührungen „unter die Haut gehen“, welche Bedeutung unserem Tastsinn zukommt und was es mit dem sogenannten „Streichel-Sinn“ auf sich hat. Zu Wort kommen neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch Mitglieder einer 5-Generationen-Großfamilie, die uns vor Augen führen, dass wir in einer technisierten Welt nicht vergessen sollten, dass der Mensch vor allem eines ist: ein soziales Wesen.



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